17. Juni 2011 15:25 Uhr

Modellversuch: Krankenhäuser in Cardiff geben Infos an Polizei weiter

Normalerweise geben Krankenhäuser keine Informationen über ihre Patienten an die Polizei weiter. Das verbietet die ärztliche Schweigepflicht. In der walisischen Stadt Cardiff begann jedoch 2001 ein Versuch, bei dem Kliniken die Daten von Gewaltopfern an die Behörden übermittelten, allerdings anonymisiert. Ziel war es, Orte aufzudecken, an denen Gewalt besonders häufig vorkommt. Außerdem erfuhr die Polizei etwas über den Zeitpunkt der Tat und die verwendeten Waffen. Daraus sollten Maßnahmen entwickelt werden, um Gewalt zu verhindern.

Die Internetseite des "British Medical Journal" berichtet nun über die wissenschaftliche Auswertung des Versuchs. Dafür wurde Cardiff mit 14 anderen Städten in England und Wales verglichen. Im Laufe des Programms seien in den Krankenhäusern deutlich weniger Gewaltopfer eingeliefert worden.

Ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation lobte das Programm und sagte, er hoffe, dass das Modell bald auch in anderen Ländern verwendet werde.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)