20. Juni 2011 08:28 Uhr
Heute vor 20 Jahren beschloss der Deutsche Bundestag, seinen Sitz zu verlegen - und zwar von Bonn nach Berlin. Der Entscheidung war eine kontroverse Debatte vorausgegangen. Mehr als 600 Minuten Redezeit waren beantragt. Das Ergebnis der Abstimmung fiel knapp aus: 338 Abgeordnete stimmten für Berlin, 320 für Bonn. Der Erfolg für den Antrag mit dem Titel "Vollendeung der Einheit Deutschlands" wurde als Überraschung gewertet - denn laut Umfragen lag Bonn kurz vor der Abstimmung in Führung.
Auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung wird aus einem Spiegel-Artikel wie folgt zitiert: "Weinende Verlierer, weinende Sieger: Seit dem gescheiterten Misstrauensvotum gegen [...] Willy Brandt hat keine Entscheidung des Parlaments so viele Emotionen geweckt, doch anders als 1972 und wie noch nie zuvor ging der Riss quer durch die Fraktionen."
Bis zum eigentlichen Umzug dauerte es allerdings: Das Berliner Reichstagsgebäude wurde erst noch umgebaut. Seine erste Sitzung dort hatte der Bundestag am 19. April 1999.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)