24. Juni 2011 15:02 Uhr
Ein kahler Kopf als Zeichen des Protests: In Korea kommt das in letzter Zeit häufiger vor. Viele Prominente, darunter ein bekannter Sänger, ein Minister und mehrere Universitätsprofessoren, haben sich öffentlich kahlscheren lassen. Die Internetausgabe der "Neuen Zürcher Zeitung" nimmt das zum Anlass, näher auf die Herkunft dieser alten rituellen Praxis einzugehen und schreibt: Sie schließe an Elemente aus der buddhistischen wie auch der konfuzianischen Tradition an. Aus dem Buddhismus stamme der Gedanke, Haare seien Pflanzen, die die wahre Erkenntnis behinderten. So habe sich auch Buddha selbst auf dem Weg zur Erleuchtung kahlscheren lassen. Der Konfuzianismus dagegen verstehe die Rasur als Demütigung oder Strafe. In dieser Religion hat die Unversehrtheit des Körpers große Bedeutung. .Heute kenne das Ritual weder Klassenschranken noch Geschlechtergrenzen, heißt es weiter. - Das Fazit der "NZZ": "Je mehr Köpfe kahlgeschoren werden, desto unruhiger sind die Zeiten."
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)