27. Juni 2011 14:23 Uhr

Angestellte von Diplomaten hilflos gegen Ausbeutung

Hausangestellte von Diplomaten leben gefährlich.

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Menschenrechte gehen beim Auswärtigen Amt regelmäßig Beschwerden ein - von 2008 bis 2010 seien es elf gewesen, bei knapp 250 Hausangestellten ingesamt. Meist sei das Arbeitsrecht verletzt worden, manche Angestellte in europäischen Diplomatenhaushalten seien auch misshandelt worden. Diese Rechtsverletzungen können aber in der Regel nicht verfolgt werden, weil Botschafter und Attachés Immunität genießen. Auch die Klage einer indonesischen Angestellten, die sieben Tage pro Woche bis zu 18 Stunden arbeiten musste und regelmäßig körperlich misshandelt wurde, wurde abgewiesen.

Nach Angaben der Menschenrechtler gibt es in anderen Ländern gute Beispiele, wie man das ändern kann: In Österreich müsse für die Hausangestellte ein Bankkonto eröffnet werden, um die ordnungsgemäße Bezahlung kontrollieren zu können. In der Schweiz gebe es eine spezielle Beschwerdestelle. Deutschland hinke da hinterher.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)