27. Juni 2011 16:20 Uhr

HIV-Medikamente retten Leben, machen aber alt

Für viele Aids-Kranke sind anti-retrovirale Medikamente Lebensretter.

Doch eine Behandlung kann schwere Nebenwirkungen haben. Dazu gehört beispielsweise ein beschleunigter Alterungsprozess. Darüber schreiben britische Forscher in einer Studie, die im Fachmagazin "Nature Genetics" veröffentlicht wurde.

Sie untersuchten die erste Generation von HIV-Medikamenten, die Reverse-Transkriptase-Hemmer. Der Wirkstoff verhindert, dass sich die Viren in den Zellen der Infizierten vermehren können. Doch dabei nimmt anscheinend auch das Erbgut der Mitochondrien Schaden. Die Zunahme von Mutationen in den Zell-Kraftwerken könnte erklären, warum viele HIV-Patienten bereits in jungen Jahren an Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, glauben die Forscher.

Reverse-Transkriptase-Hemmer werden hierzulande kaum noch verschrieben. Weil sie aber nicht mehr unter Patentschutz stehen, produzieren Generika-Hersteller sie als billige Alternative für die Märkte der Dritten Welt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)