28. Juni 2011 07:24 Uhr
"Einen größeren Betrugsfall mit Forschungsgeldern hat es unseres Wissens noch nie gegeben."
Das sagte ein Sprecher der EU-Kommission zu laufenden Ermittlungen gegen ein internationales Betrugs-Kartell. Das hat offenbar mit erfundenen Forschungsprojekten über 50 Millionen Euro unterschlagen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. 22 Personen in verschiedenen europäischen Ländern stünden unter Betrugsverdacht. Weil die Ermittlungen noch laufen, gebe die Antibetrugsbehörde der EU aber kaum Informationen heraus.
Es sei bisher nur bekannt, dass die Betrüger offenbar die Namen erfolgreicher Forscher oder Institutionen benutzt hätten, um ohne deren Wissen Forschungsgelder zu beantragen. Das Geld sei dann in einem transeuropäischen Netzwerk aus Scheinfirmen und echten Unternehmen versickert.
Ein erster Verdacht kam der EU-Behörde bereits 2007. Ab 2008 befasste sich dann die italienische Finanzpolizei mit dem Fall. Sie ging Anfang Mai dieses Jahres dann gegen das Netzwerk vor.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)