29. Juni 2011 13:59 Uhr
Kein Nein wäre automatisch ein Ja. So sieht es die Widerspruchslösung zur Organspende vor, über die zurzeit diskutiert wird. Wer im Laufe des Lebens sich nicht gegen eine Spende ausspricht, dem dürfen nach dem Tod Organe entnommen werden. Bislang ist das in Deutschland noch anders geregelt. Der Ethikprofessor Michael Quante von der Uni Münster sprach sich hier bei DRadio Wissen für eine Änderung aus.
Zurzeit müssten oft die Angehörigen eines Verstorbenen versuchen, in seinem Sinne zu entscheiden. Das hält Quante für ethisch problematisch. Faktisch hätten die Angehörigen so das Recht, gegen den Willen des Verstorbenen ein Veto einzulegen. Um die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen, wäre seiner Meinung nach die Widerspruchslösung die beste Möglichkeit - vorausgesetzt darüber würde schon in der Schule ausreichend informiert. Jeder wisse dann: Organspende ist gesellschaftlich akzeptiert. Die Solidarität unter den Menschen wäre so eine Selbstverständlichkeit.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)