4. Juli 2011 08:27 Uhr
Ob die Todesstrafe abschreckend wirkt, lässt sich nicht so einfach sagen. Die Antwort hängt von der Fachrichtung ab. Das sagt der Heidelberger Kriminologie Dieter Hermann im Interview mit dem Magazin "Chrismon". Er hat 52 Studien zur Abschreckungswirkung der Todesstrafe analysiert.
Hermann zufolge fand die Studie des US-Amerikaners Isaac Ehrlich aus dem Jahr 1975 viel Beachtung. Sie besagte, dass jede Exekution in Zukunft acht Morde verhindere. Viele Studien zur Todesstrafe teilen laut Hermann den utilitaristischen Ansatz, dass Menschen sich rational verhalten, um ihr Glück nicht zu gefährden. Drohe ihnen die Todesstrafe, brächten die Menschen demnach niemanden um, weil das ihr Glück zerstören würde.
Fachrichtungen wie die Soziologie oder die Rechtswissenschaft gingen hingegen davon aus, dass Handlungen vom Werte- und Normverständnis abhängig seien. Religiöse Prägung zum Beispiel könne diesen Studien zufolge Morde verhindern, nicht aber die Todesstrafe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)