5. Juli 2011 16:03 Uhr
Aufklärung geht vor Betroffenenschutz: So hatte es ein Gericht in Großbritannien entschieden. Deshalb musste das Gesundheitsministerium des Landes jetzt eine Statistik über die Gründe von Abtreibungen veröffentlichen - zum ersten Mal seit fast zehn Jahren. Demnach fanden 2010 knapp 2.300 Schwangerschaftsabbrüche aus medizinischen Gründen statt. In Großbritannien sind das laut Gesetz nicht nur schwere Gesundheitsschäden von Mutter oder Kind, sondern auch die soziale und wirtschaftliche Situation der Frau. Wenn die Gefahr groß ist, dass das Kind schwer behindert ist, ist eine Abtreibung auch bis kurz vor dem Geburtstermin legal.
Nach den offiziellen Zahlen wurde knapp ein Fünftel der Schwangerschaften beendet, weil beim Kind das Down-Syndrom diagnostiziert worden war. Weitere Gründe waren Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa ein Klumpfuß.
Zum Vergleich: In Deutschland darf der Eingriff bis zur 12. Woche stattfinden, wenn die Mutter an einem Beratungsgespräch teilgenommen hat. Danach sind Abtreibungen möglich, wenn das erwartete Kind schwer behindert oder das Leben der Mutter in Gefahr ist.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)