6. Juli 2011 15:23 Uhr
Die Süddeutschen küssen viel mehr als die Norddeutschen. Diese Beobachtung hat die Regensburger Ethnologin Tina Schmid gemacht. Im Interview mit DRadio Wissen zum Welttag des Kusses sagte sie, ein Grund sei möglicherweise der Einfluss der südlichen Nachbarländer. Denn in Frankreich küsse man deutlich mehr als hier. In Paris sei man inzwischen bei vier Wangenküsschen zur Begrüßung angelangt.
In der arabischen Welt ist der Kuss laut Schmid stärker symbolisch aufgeladen. In der Türkei würden jüngeren Menschen meistens die Augen geküsst, älteren die Hände. Damit werde Wertschätzung und Ehre innerhalb der Familie zum Ausdruck gebracht. In Deutschland habe der Kuss während der Zeit der Romantisierung und des Biedermeier Anfang des 19. Jahrhunderts seine symbolische Bedeutung verloren und sei mehr ins Private gerutscht.
Hier geht's zum Interview.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)