7. Juli 2011 08:30 Uhr
Diese Romane heißen "Drei Küsse und eine lange Nacht" oder "Im wilden Meer der Leidenschaft" und sie stören das reale Liebesleben der Frauen. So argumentiert die Psychologin und Ratgeber-Autorin Susan Quilliam in einem Fachmagazin zu Familienplanung und Fortpflanzung ("Journal of Family Planning and Reproductive Health Care"). In ihrem Kommentar schreibt sie, solche Groschenromane vermittelten ein falsches Bild vom weiblichen Orgasmus und davon, wie Beziehungen funktionierten. Weibliche Romanfiguren würden in ihrem sexuellen Verlangen eher von Männern "erweckt", als dass sie selbst über ihre Bedürfnisse entscheiden könnten.
Das Genre sei nach wie vor durchzogen von Wirklichkeitsflucht und Idealisierung. Damit wirke es genau dem entgegen, was Psychologen und Familienzentren versuchten, zu vermitteln. Besonders bedenklich findet Quilliam, dass Safer Sex in den Romanen heruntergespielt werde. In nur jedem zehnten Liebesroman kämen Kondome überhaupt vor - und wenn, dann lehnte die Frau sie meistens ab. In den USA und dem Vereinigten Königreich wurde Quilliam durch ihre neue Version des Sexratgebers "The Joy of Sex" bekannt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)