7. Juli 2011 14:01 Uhr
Not macht erfinderisch.
Das zeigt sich gerade am Verhalten chinesischer Internetnutzer. Die nämlich haben mit massiver Zensur des Staates zu kämpfen. Sie beruht meist auf dem Screening von Interneteinträgen auf bestimmte Signalwörter: aktuell zum Beispiel "Jiang Zemin", der Namen des früheren Staats- und Parteichefs. Über dessen Tod wird spekuliert, seit er in der vergangenen Woche nicht an den 90-Jahr-Feiern der Kommunistischen Partei teilgenommen hatte. Die Partei betrachtet alles Persönliche ihrer obersten Parteimitglieder als Staatsgeheimnis - also auch deren Gesundheit.
Um an der Diskussion teilnehmen zu können, behelfen sich chinesische Internetnutzer so: Sie schreiben in twitterähnlichen Mikroblogs über "Onkel Jiang", den "ehemaligen Kaiser" oder den "Strippenzieher im Hintergrund". Das Interesse am Thema jedenfalls ist offenbar enorm: Die Suchseite Baidu, die entsprechende Begriffe in den vergangenen Tagen nicht blockierte, registrierte eine 4.000-fache Zahl von Suchanfragen nach "Jiang Zemin".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)