7. Juli 2011 14:34 Uhr

Warum die Sprache von Kirchenliedernoft von Gewalt geprägt ist

"Viel Tausend schon vergossen mit heil'ger Lust ihr Blut": So heißt es in einem Kirchenlied von Joseph Moor aus dem Jahr 1876. Die Literaturwissenschaftlerin Martina Wagner-Engelhaaf meint, die Texte seien aus gutem Grund so martialisch. Warum, erklärte sie bei einem Vortrag an der Universität Münster: Demnach hätten mit dieser Ausdrucksweise religiöse oder politische Gegner eingeschüchtert und die eigene Identität gestärkt werden sollen. so sei zum Beispiel in vielen Texten vom "Feind" die Rede. Wer damit gemeint gewesem sei, habe je nach Lage unterschiedlich interpretiert werden können, so die Germanistin.

Für Beispiele von ähnliche von Gewalt geprägten Kirchenliedertexten verweist sie auf das "Evangelische Gesangbuch" und das katholische "Gotteslob".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)