11. Juli 2011 08:25 Uhr

Nahost-Experte: Panzer hätten nicht verkauft werden dürfen

Es gebe ebenso gute Gründe, die für den Verkauf von Waffen an Saudi-Arabien sprächen, wie dagegen. Das schreibt Guido Steinberg, Nahost-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, in der "Süddeutschen Zeitung".

Der Hintergrund: In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass der Bundessicherheitsrat dem Verkauf von 200 Leopard-Panzern an das arabische Land zugestimmt hat. Dafür spricht laut Steinberg, dass Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren ein immer wichtigerer Partner der Bundesrepublik geworden sei. Diese Beziehungen dürften nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Gegen das Panzergeschäft spreche, dass Saudi-Arabien ein autoritäres Regime bleibe, das eine extremistische Islam-Interpretation fördere und religiöse Minderheiten diskriminiere.

Nach Abwägung von pro und contra kommt Steinberg zu dem Schluss, dass die Panzer nicht hätten verkauft werden dürfen. Wegen des Zeitpunkts müsse es wirken, als stelle sich Deutschland gegen die Freiheitsbestrebungen der Menschen in arabischen Ländern.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)