12. Juli 2011 08:30 Uhr

Wir erinnern: Vor zehn Jahren haben die Taliban das Internet in Afghanistan verboten

Für unser Kalenderblatt blicken wir dieses Mal nach Afghanistan. Dort haben heute vor zehn Jahren die Taliban den Gebrauch des Internets verboten. Zur Begründung sagten die damals regierenden Taliban: Sie seien nicht per se gegen das Internet, aber es werde benutzt, um Obszönitäten, Unmoral und Propaganda gegen den Islam zu verbreiten. Die Taliban kontrollierten damals etwa 90 Prozent Afghanistans. Anders als die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan im März 2001 war das Verbot des Internets ein symbolischer Akt ohne große Wirkung. Schließlich gab es zu dem Zeitpunkt kaum Computer in Afghanistan. Wer doch im Netz surfen wollte, musste dies über aus Pakistan kommende Telefonleitungen oder Satelliten tun.

Heute ist das anders: Laut der CIA bieten fast 50 Firmen Zugang zum Internet an. Von den rund 30 Millionen Afghanen nutzt eine Million regelmäßig das Netz - hauptsächlich in Internetcafés und sogenannten "Telekiosks". Das sind Computer, die zum Beispiel in Postämtern für alle Bürger zum Surfen bereitstehen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)