12. Juli 2011 09:22 Uhr
"Man kann nicht länger die Forderungen der Menschen für die Gesellschaft ignorieren, in der sie leben wollen." Das sagt Gamad Abdalgawad Soltan, Direktor des Kairoer Ahram-Zentrums für politische und strategische Studien, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er meint, in der Vergangenheit seien die arabischen Länder nach den Visionen der herrschenden Eliten entwickelt worden. Heute schüfen die Menschen diese Vision.
Soltan glaubt, dass sich in den nächsten Jahren drei Gruppen von Staaten herausbilden werden. Die erste seien Länder wie Ägypten und Tunesien. Sie würden sich zwar nicht unbedingt zu vollen Demokratien entwickeln, hätten aber Chancen, eine gute Regierungsführung zu bekommen. Die zweite bildeten solche Länder, in denen die Regierungen von oben Reformen einleiteten, um die Unterstützung der Massen zu gewinnen. Beispiele seien Marokko und Jordanien. Zur dritten Gruppe gehörten Länder, in denen die Machthaber delegitimiert seien, wie in Libyen oder dem Jemen. Dort würden die Konflikte länger dauern.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)