19. Juli 2011 07:51 Uhr

SZ: Kurdische Sängerin Aynur beim Jazzfest in Istanbul von Bühne gejagt

Aynur Dogan tritt noch in diesem Sommer in Hamburg und Lübeck auf. Doch in ihrer Heimat, der Türkei, ist die kurdische Sängerin anscheinend nicht bei allen beliebt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wurde Aynur beim Jazzfest in Istanbul regelrecht von der Bühne gejagt. Sie habe Liebeslieder auf Kurdisch vorgetragen, und das einen Tag, nachdem in einem Gefecht mit kurdischen PKK-Kämpfern 13 türkische Soldaten ums Leben gekommen waren. Dagegen hätten einige der Konzertbesucher etwas gehabt. Laut SZ forderten sie Aynur auf, Türkisch zu singen, schließlich sei das Blut der Märtyrer noch nicht getrocknet. Danach hätten sie die türkische Nationalhymne gesungen.

Die Künstlerin selbst kommentierte: Sie finde es sehr schade, dass die Menschen es nicht ertragen hätten, die Sprache der Brudernation zu hören. Die meisten im Publikum konnten dem Bericht zufolge übrigens nichts Falsches an den kurdischen Liedern finden. Sie hätten Aynur bei ihrem Abgang stürmisch applaudiert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)