19. Juli 2011 09:31 Uhr

Historiker Gerlach: Auch zivilgesellschaftliche Akteure haben Schuld an Völkermorden

Völkermorde sind mehr als eine Folge staatlichen Handelns. Diese These vertritt der Historiker Christian Gerlach. Er sagte der "taz", eine Rolle spielten auch verschiedene Gruppen der Zivilbevölkerung. Bei den Massenmorden in Indonesien in den 60er Jahren zum Beispiel habe sich eine kurzfristige, aber sehr mächtige Koalition der Gewalt gebildet - ein Bündnis zwischen verschiedenen Parteien, Massenorganisationen und der Armee. Dabei seien nach einem kommunistischen Putschversuch mindestens eine halbe Million Menschen verfolgt und ermordet worden.

Gerlach zufolge reicht es wegen dieser Beteiligung von Teilen der Gesellschaft nicht aus, eine Regierung zu stürzen, um Völkermorde zu verhindern. Auch die Einwirkungsmöglichkeiten des Auslands seien kleiner, als man denke. Denn die zivilgesellschaftlichen Akteure seien von außen noch schwerer zu steuern als ein zentraler Staatsapparat. Das bedeutet laut Gerlach: Prävention vor Völkermord muss vor allem aus dem Inneren eines Landes kommen. Den gesamten Artikel finden Sie hier

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)