20. Juli 2011 10:02 Uhr

Etymologie: jemanden an den Pranger stellen

Der Blick ins etymologische Wörterbuch, woher der Brauch kommt, jemanden "an den Pranger zu stellen". Im Mittelalter waren die Menschen besonders findig darin, ihre Mitmenschen auf kreative Art zu quälen. So war es damals üblich, bestimmte Verbrecher zu bestrafen, indem man sie an einem öffentlichen Platz an einen Pfahl kettete und so der allgemeinen Verachtung preisgab. Dieser so genannte Schandpfahl hieß Pranger, weil prangen das althochdeutsche Wort für drücken, pressen und klemmen war - und das ungemütliche Halseisen, mit dem die Übeltäter festgekettet wurden, saß wohl entsprechend eng. Der so Gefesselte musste Schmähungen, Spott und mancherorts sogar Prügel über sich ergehen lassen, auch das Werfen mit Eiern und faulem Obst war damals beliebt.

Heutzutage beschränkt sich das Anprangern eines Täters meist auf seine öffentliche Bloßstellung durch die Medien.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)