21. Juli 2011 09:24 Uhr
Es war eine Pilgerstätte für Neonazis. Das Grab des nationalsozialistischen Politikers Rudolf Heß im oberfränkischen Wunsiedel. Jetzt existiert es nicht mehr. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wurden die Gebeine in der Nacht zum Mittwoch ausgegraben. Sie sollen mit Zustimmung von Heß' Erben verbrannt und auf See bestattet werden.
Grund für die Auflösung des Grabes sind dem Bericht zufolge die häufigen Neonazi-Demonstrationen in Wunsiedel. Die evangelische Kirchgemeinde habe deshalb den Pachtvertrag für das Grab nicht mehr verlängert.
Heß war der Stellvertreter Adolf Hitlers. Er wurde im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zu lebenslanger Haft verurteilt. 1987 brachte er sich im Gefängnis in Berlin Spandau um.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)