21. Juli 2011 12:51 Uhr
Wer in die Politik geht, muss sich Einiges gefallen lassen.
Das sieht der Präsident von Ecuador, Rafael Correa, anders. Dort müssen ein Journalist und drei Verleger jetzt für drei Jahre ins Gefängnis. Sie arbeiten für "El Universal", die größte Tageszeitung von Ecuador. In einem Kommentar hatte der Journalist Emilio Palacio den Präsidenten als Diktator bezeichnet. Dieser wehrte sich mit einer Verleumdungsklage. Es ging dabei um einen Aufstand gegen den Präsidenten vor zehn Monaten, den Correa niederschlagen lassen hatte - die Bilanz: fünf Tote. Er regiert Ecuador seit 2007 und ist für seine verbalen Attacken gegen oppositionelle Medien bekannt. Zwei Buchautoren hat er ebenfalls wegen Verleumdung verklagt.
Die Zeitung reagiert auf die Gerichtsentscheidung in einem Leitartikel. Das Urteil sei eine Einschüchterung, die zu Selbstzensur und Schweigen führen werde.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)