22. Juli 2011 15:53 Uhr

Würdiger Tod? So wirkt das neue Hinrichtungspräparat der USA

In den USA ist zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder eine Hinrichtung gefilmt worden.

Die Anwälte des Todeskandidaten Andrew Grant DeYoung wollen mit den Bildern beweisen, dass ein menschenwürdiger Tod mit einem neuen Hinrichtungspräparat nicht garantiert ist. Es enthält unter anderem Pentobarbital.

Dieser Stoff wurde 1916 von Bayer entwickelt und als Schlafmittel vertrieben. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass es abhängig macht. Zu den Entzugserscheinungen gehören heftiges Zittern und epileptische Anfälle.

In der Humanmedizin wird Pentobarbital heute nur noch selten verwendet, zum Beispiel zur Behandlung von Krampfanfällen. Tierärzte benutzen es zum Einschläfern von Tieren. In der entsprechenden Dosierung lähmt es den Atemapparat. Weil der Tod durch das Mittel als besonders friedlich gilt, wird es auch von Sterbehilfe-Vereinen wie Dignitas aus der Schweiz verwendet. Nach Darstellung der Organisation schlafen die Suizidwilligen einfach ein, fallen ins Koma und ersticken schmerzlos.

Ob das auch bei Andrew Grant DeYoung der Fall war, dürfte erst feststehen, wenn die Filmaufnahmen von seinem Tod ausgewertet sind.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)