22. Juli 2011 17:31 Uhr
Der Mensch prägt die Welt.
Soweit so banal. Aber Geologen schlagen nun vor, dass nach dem Menschen ein eigenes Erdzeitalter benannt werden sollte: das Anthropzän. Das berichtet das aktuelle "Geo-Magazin".
Radioaktive Partikel aus Atombombenabwürfen zum Beispiel lagern sich in ganz bestimmten Sedimentschichten ab. Und durch mehr Kohlendioxid in der Luft werden die Ozeane saurer. Das wiederum führt dazu, dass sich die kalkigen Schalen von dünnschaligen Muscheln und Schnecken auflösen anstatt sich abzulagern. Deshalb werden sich, so vermuten die Wissenschaftler, in Zukunft nur noch dunkle, dicke Schalen von Meeresbewohnern als Sediment am Meeresboden sammeln.
Damit ist das wichtigste Kriterium für den Status "Erdzeitalter" erfüllt: Seitdem der Mensch in das System Erde eingreift, sind neue Sedimentschichten entstanden, die es ohne ihn nicht gäbe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)