25. Juli 2011 07:25 Uhr

Fischleimpause entdeckt - damit wurden früher Motive auf Gemälde übertragen

Es ist nur zehn mal sieben Zentimeter groß, aber eine kunsthistorische Rarität.

Im Depot des Dresdner Kupferstich-Kabinetts haben Wissenschaftler eine Fischleimpause gefunden. Das ist ein Material, das dem heutigen Transparentpapier ähnelt. Zur Herstelllung wurde Fischleim aus Fischbestandteilen gekocht. Die gelatineartige Lösung wurde dann dünn auf einer glatten Unterlage ausgestrichen. Danach konnten Motive aus Kupferstichen oder Zeichnungen abgepaust und ausgeschnitten werden. Abschließend wurden sie auf die Grundierung von Gemälden gelegt und übermalt. Auf dem in Dresden gefunden Stück sind niederländische Zeichnungen von Burgen, Häusern und Bäumen zu sehen.

Der Kunsthistoriker Tobias Pfeifer-Helke sagte der Nachrichtenagentur dpa, es gebe weltweit nur ein anderes erhaltenes Exemplar einer Fischleimpause.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)