26. Juli 2011 09:51 Uhr
Damit brechen die Musiker ein Tabu.
Um elf Uhr will das "Israel Chamber Orchestra" erstmals Musik von Richard Wagner spielen - auf einem Konzert im Rahmen der Bayreuther Festspiele. Der Komponist vertrat jedoch antisemitische Ansichten und inspirierte auch Adolf Hitler. Deswegen darf in Israel bis heute öffentlich keine Wagner-Musik gespielt werden.
Der geplante Auftritt sorgte in Israel für Unmut. Knesset-Abgeordnete forderten, dem Orchester die Subventionen zu streichen. Holocaust-Überlebende kündigten an, nach Bayreuth zu fahren, um das Konzert zu stören.
Laut "Neuer Musikzeitung" geriet auch der Chefdirigent des Orchesters, Roberto Paternostro, in die Kritik. Ihm sei vorgeworfen worden, er sei kein richtiger Israeli und könne die Problematik nicht nachvollziehen. Paternostro sage dagegen, er sei mit seinem Projekt auch bei Musikfreunden in Israel auf große Zustimmung gestoßen. Er hoffe, dass Israel mit dem Musiker Richard Wagner fern von dessen Antisemitismus angemessen umzugehen lerne. Schließlich hätten seine Werke erst die Musik des 20. Jahrhunderts ermöglicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)