29. Juli 2011 06:52 Uhr
Die Attentate von Norwegen sind ein guter Anlass, sich die Islamkritik einmal genauer anzuschauen. Das rät der Islamwissenschaftler Stefan Weidner in der "Süddeutschen Zeitung".
Der Hass auf den Islam und die paranoiden Ängste vor einer islamischen Unterwanderung Europas hätten den Täter eben nicht zum Krieg gegen die Muslime veranlasst, sondern zu einem brutalen Schlag gegen die eigene Gesellschaft. Weidner sieht an diesem Punkt Ähnlichkeiten zum islamistischen Terror. Auch der richte sich in den meisten Fällen gegen die Andersdenkenden in der eigenen Welt. Anschläge würden viel häufiger auf den Märkten von Peschawar, Kabul oder Bagdad verübt als in der westlichen Welt. In Wahrheit, so der Autor, sei die hiesige "Islamkritik" also nur die Bande, über deren Umweg die Kugeln der Kritik die eigene Gesellschaft anstoßen sollten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)