2. August 2011 17:06 Uhr

Ghandi sei Dank - Arbeit für alle Inder per Gesetz?

Arbeit für alle. Das verspricht ein indisches Gesetz, das nach dem Freiheitskämpfer Mahatma Ghandi benannt ist und seit 2005 gilt. Demzufolge soll jeder Inder vom Wachstum profitieren - auch in den ländlichen Gebieten. Der Staat garantiert deshalb jedem Einwohner mindestens 100 Tage Arbeit im Jahr mit einem Tageslohn von 100 Rupien (umgerechnet 1,50 Euro).

Die Kasseler Politikwissenschaftlerin Ellen Ehmke hat die Gesetzesversprechen mit der Realität verglichen. In den "Blättern für deutsche und internationale Politik" schreibt sie, viele Inder wollten nicht in dem Beschäftigungsprogramm arbeiten, weil die Löhne teilweise erst nach Jahren gezahlt würden. Außerdem könnten die Löhne aus dem Programm nicht mit den steigenden Lebensmittelpreisen mithalten. Fazit: Das Gesetz sei ein richtiger Schritt hin zu demokratischer Teilhabe, die Kluft zwischen Arm und Reich bestehe aber weiter.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)