3. August 2011 07:56 Uhr

Flusslandschaft in Kroatien von Bauprojekten bedroht - Umweltschützer protestieren

Der Zusammenfluss von Mur, Drau und Donau ist eine der letzten naturbelassenen Flusslandschaften Europas. Die Ursprünglichkeit verdankt die Region laut der "Süddeutschen Zeitung" dem Eisernen Vorhang. Damals sei kaum jemand vom benachbarten Ungarn in das kroatische Gebiet gelangt. Heute sehe die Lage anders aus. Kroatien plane etwa 190 Wasserbauprojekte in der Gegend. Die Flüsse sollen begradigt und ausgebaggert werden und an den Ufern sollen Elektrizitätswerke entstehen. Nach Angaben von Ingo Mohl vom WWF-Österreich würden diese Maßnahmen die Flusslandschaft auf einer Länge von 111 Kilometern zerstören. Naturschützer kämpfen deshalb gegen die Projekte. Einige Arbeiten wurden laut Mohl bereits ohne Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen. Es scheine so, als wolle Kroatien vor dem EU-Beitritt noch schnell Tatsachen schaffen. Es sei geradezu vertrauenswidrig, wenn die Behörden kurz vor einem Beitritt die EU-Richtlinien absichtlich ignorierten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)