3. August 2011 09:26 Uhr
Für Medizinprodukte wie Prothesen oder Katheter sind die Zulassungsverfahren in Deutschland nicht streng genug.
Das findet Jürgen Windeler, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Gegenüber der "taz" erklärte Windeler, es gebe in Europa dafür kein Zulassungsverfahren, das mit dem für Arzneimittel vergleichbar wäre. Die Produkte würden nur technisch geprüft, der patientenrelevante Nutzen werde aber häufig außen vor gelassen. Es werde also beispielsweise nicht getestet, ob eine künstliche Bandscheibe dem Patienten wirklich helfe, sich besser zu bewegen.
Die Studien der Hersteller sind laut Windeler häufig wenig aussagekräftig, da es keine klaren gesetzlichen Regelungen dafür gebe.
Patienten empfiehlt Windeler, sich zu informieren, zum Beispiel bei unabhängigen Patientenberatungsstellen. Eine zweite ärztliche Meinung einzuholen, sei auch eine gute Wahl.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)