4. August 2011 09:23 Uhr
Eine "hysterische Polarisierung" durch ein "Zwei-Parteien-Kartell". Diese Worte findet der britische Historiker Timothy Garton Ash in der "Süddeutschen Zeitung" für das politische System der USA. Das System mit den beiden Parteien der Demokraten und Republikaner sei dysfunktional. Das letzte Beispiel: das Gezerre um die Anhebung der Schuldengrenze.
Laut Ash wünschen sich inzwischen zwei von drei US-Bürgern bei Wahlen auch einen dritten Kandidaten, der einer anderen Partei angehört oder als Parteiloser antritt.
Aber der Historiker glaubt, dass sich das US-System selbst reformieren kann, indem es mehr echten Wettbewerb zulässt. So würden bei den Staats- und Kongresswahlen im nächsten Jahr die beiden traditionellen Vorwahlen der Parteien ausfallen - stattdessen gebe es eine einzige, offene Vorwahl. Außerdem setzt Ash Hoffnung in das Internetprojekt "AmericansElect", bei dem Kandidaten außerhalb der Parteien nominiert werden sollen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)