8. August 2011 07:03 Uhr

Hintergrund Problemviertel Tottenham in London

"Es war wie im Krieg", sagte ein Anwohner nach den Krawallen im Londoner Stadtbezirk Tottenham.

Samstagnacht hatten Randalierer Häuser, Supermärkte und Polizeiautos angezündet und Läden geplündert. Nur durch massiven Polizeieinsatz blieb es gestern und heute Nacht relativ ruhig. Auch heute Nacht hat es wieder Krawalle gegeben, mehr als 100 Menschen wurden festgenommen. Teile von Tottenham gelten seit Jahrzehnten als Problembezirk. Hier treffen Kulturen aufeinander, die eigentlich verfeindet sind. Inder wohnen neben Pakistanis, Christen neben Muslimen, Äthiopier neben Erithräern. Außerdem ist Tottenham eines der Zentren der Londoner Bandenkriminalität. 1985 hatte es schon einmal einen Aufstand gegeben. Wie heute begann er mit einer friedlichen Demonstration, wie heute weil ein Mensch bei einem Polizeieinsatz getötet worden war. Die Proteste steigerten sich, bis am Ende ein Polizist starb, nachdem ihn Maskierte mit Macheten verletzt hatten. Noch über Monate musste die Polizei damals das Viertel streng kontrollieren, um Ruhe zu erzwingen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)