9. August 2011 11:23 Uhr

Tsunami vor Japan ließ auch Eisberge in der Antarktis brechen

Der verheerende Tsunami vom 11. März dieses Jahres verwüstete nicht nur Japan.

Wie Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde NASA mit Hilfe von Satellitenaufnahmen zeigen konnten, hatte die riesige Flutwelle auch Auswirkungen auf die 14.000 Kilometer entfernte Antarktis. Dort wurde das Sulzberger-Schelfeis beschädigt: eine fast 140 mal 80 Kilometer große Eisplatte.

Wie die NASA-Forscher im "Journal of Glaciology" schreiben, ließ der Tsunami zwei kleinere Eisberge abbrechen - an einer Stelle, an der das Schelf 80 Meter dick war. Ein großes Ereignis angesichts der Tatsache, dass das Sulzberger-Eis in dem halben Jahrhundert zuvor nahezu unbeschädigt geblieben war.

Der Untersuchung zufolge dauerte es 18 Stunden, bis die Ausläufer des Tsunamis die Antarktis erreichten. Zu diesem Zeitpunkt sei die Welle nur noch 30 Zentimeter hoch gewesen. Die anhaltende Belastung habe aber gereicht, um das Eis brechen zu lassen.

Schon in den 1970er Jahren hatten Forscher spekuliert, dass Eisschelfe durch Wellen gebrochen werden können. Laut NASA konnte dieser Effekt nun zum ersten Mal nachgewiesen werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)