12. August 2011 08:52 Uhr

Syrischer Philosoph: Aufstände fördern "geschäftsfähigen Islam"

Sind Islam und Demokratie vereinbar? Diese Frage hat sich nach Ansicht des syrischen Philosophen Sadiq al Azm nur in der Zeit vor den Volksaufständen in der arabischen Welt gestellt. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", inzwischen sei man an einem Punkt, an dem die Frage niemanden mehr kümmere. Die neue junge Generation wolle ganz einfach Demokratie.

Azm meint, gemäßigte Organisationen wie die Muslimbrüder hätten ihre Lektion gelernt - nämlich, dass es immer zur Katastrophe geführt habe, wenn islamistische Kräfte die Macht ergriffen hätten. Durch die Aufstände werde nun ein geschäftsfähiger Islam aus der Mittelschicht gestärkt. Er sei nicht an den repressiven Aspekten des Islam interessiert, sondern wolle Modernisierung.

Azm studierte in Yale und lehrte unter anderem in Beirut. Seine Bücher stehen wegen seiner kritischen Haltung in vielen arabischen Ländern auf dem Index. In Europa wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)