12. August 2011 15:53 Uhr
Für den Internetbrowser gibt es den Adblocker, der Werbeflächen aus der Sicht des Surfers nimmt.
Und für die anderen Medien? Gibt es kaum einen effektiven Schutz vor Werbung - außer Abschalten, Umblättern, Weglegen. Weil ihr das jetzt zu viel wird, verpixelt die Redaktion der Berliner "tageszeitung" in den kommenden zwei Wochen Werbung auf Fotos im Sportteil. Sportchef Markus Völker schreibt im taz-Hausblog, mit der Aktion wolle man zeigen, wie allgegenwärtig und aufsässig die Werbung im Sport sei. Danach werde man "möglichst jene Fotos aussuchen, die viel Sport zeigen und wenig Sponsoren." Sollte das nicht gelingen, werde man wieder zum Mittel der Unkenntlichmachung greifen.
Mit einer ähnlichen Methode hatte die "taz" im Jahr 2003 gegen die Praxis der Autorisierung nach Interviews protestiert. Die SPD-Pressestelle hatte ein Interview der "taz" mit dem damaligen Generalsekretär Olaf Scholz so stark bearbeitet, dass vom ursprünglichen Gespräch nicht mehr viel übrig war. Die "taz" veröffentlichte das Interview schließlich in der Originalfassung, in der die beanstandeten Stellen geschwärzt waren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)