15. August 2011 11:24 Uhr
"Die Krisenkartographie ist auch nur ein Medium - und Medien gehören zu den umkämpften Räumen in realen Konflikten."
Dieser Auffassung ist Ethan Zuckerman, Vorstandsmitglied von "Ushahidi", einer Plattform für Krisenkarten. Über das Internet oder auch das Handy können Nutzer schnell auf Krisenkarten zugreifen, um so der Öffentlichkeit wichtige Lageinformationen mitzuteilen.
Solche Karten sind vor allem bei Naturkatastrophen verbreitet, werden aber zunehmend auch für Gebiete erstellt, die politisch im Umbruch sind. Betreiber solcher Plattformen sind besorgt, repressive Regime könnten Krisenkarten nutzen, um die Opposition zu schwächen.
George Chamales war in Libyen, Pakistan und dem Sudan am Aufbau von Krisenkarten beteiligt. Er berichtet, dass nach der Überschwemmung in Pakistan die Taliban den ausländischen Helfern damit gedroht hätten, wegen ihres Engagements Vergeltung zu üben. Gleichzeitig sei auf der entsprechenden Krisenkarte genau zu sehen gewesen, wo sich die Helfer befanden.
"Ushahidi" ist übrigens Swahili und bedeutet "Zeuge".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)