15. August 2011 13:21 Uhr

Wir erinnern: Am 15.8.1961 springt ein DDR-Polizist über Stacheldraht in den Westen - Berühmtes Foto

Wir blicken 50 Jahre zurück und zwar auf den 15. August 1961. An dem Tag gelang einem DDR-Volkspolizisten eine der berühmtesten Fluchten von Ost- nach West-Berlin.

Conrad Schumann sprang über eine Absperrung aus Stacheldraht an der Kreuzung Bernauer/Ruppiner Straße. Ein Fotograf machte von Westen aus eine Aufnahme des Sprungs - nicht ahnend, dass sie eines der bekanntesten Dokumente des Kalten Krieges werden würde. Nach dem Sprung flüchtete sich Schumann in ein Polizeiauto, dessen Tür offenstand. Während einer Vernehmung sagte er, Zeitungsreporter hätten ihn zu dem riskanten Manöver ermutigt.

Später zog Schumann nach Bayern, heiratete, wurde Vater und begann, für einen Automobilkonzern zu arbeiten. Kurz vor dem Ende der DDR belegte ihre Führung Schumann, der sowohl als Fahnen- als auch Republikflüchtling galt, mit der Höchststrafe: 1987 schloss sie ihn ausdrücklich von einer Generalamnestie für Fahnenflüchtige aus.

Schumann soll zeitlebens Angst vor Verfolgung durch die Stasi gehabt haben. 1998 erhängte er sich.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)