16. August 2011 07:10 Uhr

Radioaktiver Schwefel aus Fukushima bis nach Kalifornien gelangt

Noch immer ist unklar, was genau in den Reaktoren des Kernkraftwerks im japanischen Fukushima bei dem Unglück passiert ist. Um mehr darüber herauszufinden, haben Wissenschaftler der Universität Kalifornien in San Diego Messwerte aus der Luft in ihrem Bundesstaat analysiert. Dort hatten die Geräte im März Rekordwerte von radioaktivem Schwefel registriert; rund zwei Wochen nachdem japanische Atomtechniker begonnen hatten, die überhitzten Reaktoren mit Meerwasser zu kühlen.

Mithilfe von Modellen zu Luftströmungen über dem Meer verfolgten die Forscher die Schwefelteilchen bis nach Japan zurück. Demnach enthielt die Luft über der dortigen Küste über 350-mal mehr radioaktiven Schwefel als gewöhnlich. Der entstand, als die starke Neutronenstrahlung aus den schmelzenden Brennelementen auf Meersalzteilchen traf. Mit dem verdampfenden Kühlwasser gelangte der Schwefel in die Luft. Aus den Werten berechneten die Wissenschaftler dann die Neutronenstrahlung in Fukushima. Sie gilt als besonders schädlich für biologisches Gewebe.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)