16. August 2011 08:22 Uhr
Eines ist bereits sicher: Mit zu erwartenden Forderungen von bis zu 90 Milliarden Euro ist die Nuklearkrise von Fukushima der bisher größte Haftungsfall in der japanischen Geschichte. Viele Haftungsdetails sind aber weiter unklar. Das berichtet das Japan-Referat des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht. Weiterhin möglich sei demnach, dass sich der Kraftwerksbetreiber Tepco bei dem Erdbeben doch auf höhere Gewalt beruft und damit die Haftung ausschließt. Das ist nach Ansicht des Max-Planck-Instituts derzeit nicht wahrscheinlich. Die Zahlungen könnten aber als höhere Energiepreise auf die japanischen Verbraucher abgewälzt werden.
Weiter heißt es, auch der japanische Staat könne wegen mangelnder Atomaufsicht haftbar gemacht werden. Die japanische Regierung habe zwar vorbildlich unbürokratisch durch Pauschalzahlungen geholfen. Auf lange Sicht drohe durch die Vielzahl an Klagen eine Überlastung der Justiz.
Der komplette Bericht als pdf.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)