17. August 2011 07:56 Uhr
"Die Verpflichtung der Bürger gegen den Oberherren kann nur so lange dauern, als dieser imstande ist, die Bürger zu schützen." So schrieb es der Staatstheoretiker Thomas Hobbes vor 360 Jahren in seinem "Leviathan".
Das Zitat verwendet der Soziologe Hans-Georg Soeffner in einem Beitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über die Krawalle in Großbritannien. Er meint, sie seien ausgebrochen, weil der Staat eben keinen Schutz mehr biete und deshalb keinen Gehorsam mehr erfahre.
Premierminister David Cameron habe den jugendlichen Provokateuren die volle Härte des Gesetzes angedroht und sich über das mangelnde Verantwortungsgefühl in Teilen der Gesellschaft beklagt. Damit betone er aber nur eine Seite der wechselseitigen Verpflichtung zwischen Bürger und Staat. Wenn dieser rechtsfreie Räume zulasse und Verpflichtungen - wie Sozial- und Bildungssystem - eingeschränke, lockere das die Vertragsbindung. Appelle an das Verantwortungsgefühl der Bürger seien ein untaugliches Mittel, wenn man den eigenen Verfplichtungen nicht nachkomme.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)