17. August 2011 07:57 Uhr
Jeder zweite Todesfall unter frei lebenden Wölfen in Schweden ist auf Wilderei zurückzuführen. Ohne sie gäbe es heute viermal so viele Exemplare. Das schließen schwedische Biologen aus mathematischen Modellen. Über ihre Erkenntnisse berichten sie im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B".
Die Daten der Forscher zeigen auch, dass zwei Drittel der Wilderei-Fälle unerkannt bleiben. Heimlich erschossene Tiere würden meist schnell beseitigt, um die Beweise zu vernichten. Da diese aber die Hälfte der Todesfälle ausmachten, habe dies einen großen Einfluss auf die Population. In Schweden leben mehr als 200 Wölfe in freier Wildbahn. Vergangenes Jahr gab es die erste offizielle Wolfsjagd seit vier Jahrzehnten. 27 Tiere wurden zum Abschuss freigegeben.
Die Forscher meinen, ihre Modellrechnung könnte auch helfen, den Einfluss der Wilderei auf andere Großtierarten besser abzuschätzen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)