18. August 2011 10:22 Uhr

Vizeadmiral a.D. in "SZ": Europa braucht Raketenschirm gemeinsam mit Moskau

Ein gemeinsames Raketenabwehrsystem von Nato und Russland.

Nach Ansicht des ehemaligen Bundeswehr-Vizeadmirals Ulrich Weisser braucht Europa genau das - um sich zum Beispiel gegen Angriffe aus dem Iran zu verteidigen. In einer "Außenansicht" für die "Süddeutsche Zeitung" schreibt er, es gebe dazu bereits seit längerem Verhandlungen. Russland wolle nur mitarbeiten, wenn es gleichberechtigt sei. Dagegen gebe es jedoch unausgesprochenen Widerstand aus den USA - das Pentagon wolle die Russen nicht zu tief in die eigene Raketenabwehrtechnologie hineinschauen lassen.

Laut Weisser hat eine internationale Expertengruppe nun einen Lösungsvorschlag gemacht: Alle Bedrohungsdaten von Satelliten und Radaranlagen sollen künftig in gemeinsamen Zentren ausgewertet werden, in denen Offiziere der USA, der Nato und Russlands zusammenarbeiten. So müsse keiner die operative Kontrolle beim eigentlichen Einsatz abgeben. Die ersten Reaktionen auf den Vorschlag gäben Anlass zur Hoffnung, so Weisser. Das Projekt könne auch das Verhältnis zwischen Nato und Russland verbessern.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)