18. August 2011 11:24 Uhr
Unser Blick ins Lexikon heute: Auf dem Weltkirchentag in Madrid demonstrieren Menschen für einen laizistischen Staat. Was versteht man darunter? Der Begriff "Laizismus" entstand im 19. Jahrhundert in Frankreich und bezeichnet das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche und, dass die Kirche generell keinen Einfluss auf politische Belange haben darf. Das Wort leitet sich vom griechischen "laikos" ab, das jemanden bezeichnet, der zum Volk gehört und kein Geistlicher ist. Im Deutschen wurde daraus schließlich auch der "Laie" als Nichtfachmann.
1905 wurde der Laizismus in Frankreich gesetzlich verankert, später auch in der Verfassung festgeschrieben. Streng genommen sind nur Frankreich und Portugal verfassungsrechtlich laizistische Staaten. Die meisten EU-Länder praktizieren aber trotzdem eine Trennung von Staat und Kirche - eben unterschiedlich strikt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)