18. August 2011 14:50 Uhr

Neue Akte: Nofretete eine deutsch-französische Affäre

Der deutsch-ägyptische Streit um die Nofretete ist womöglich von französischer Seite geschürt worden. Zwar war die rund 3.000 Jahre alte Büste 1913 nach den Ausgrabungen Deutschland zugesprochen worden. Dennoch forderte die Altertümerverwaltung in Kairo das wertvolle Kunstwerk von 1925 an vehement zurück. Nach neuen Erkenntnissen der französischen Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy lag das in erster Linie an einem Landsmann. In ihrem Buch "Nofretete: Eine deutsch-französische Affäre" schreibt sie über den damaligen Leiter der Behörde - einen Franzosen, der einen tiefsitzenden Hass auf die Deutschen hatte und ihnen deshalb auch über Jahre hinweg weitere Ausgrabungen in Ägypten untersagte. Dies habe das Studium seiner Aufzeichnungen ergeben, die bisher nicht ausgewertet worden seien. Der Forscherin zufolge überdauerte der Streit dessen Amtszeit und wurde schließlich von Äypten fortgeführt.

Nofretete war die Hauptfrau des ägyptischen Pharaos Echnaton. Ihre Büste wurde 1923 erstmals in Berlin öffentlich ausgestellt und ist dort heute im Neuen Museum zu sehen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)