23. August 2011 10:22 Uhr
Viele Experten sahen in Nationalparks eine Armutsfalle für die unmittelbaren Nachbarn, weil sie deren Zugang zu Ressourcen behinderten. Eine Langzeitstudie der Universität Wisconsin-Madison hat gezeigt: Zumindest für den Kibale-Nationalpark in Uganda gilt das nicht. Die Wissenschaftler hatten über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht, wie die Abholzung von Wäldern, der Verlust der Artenvielfalt und Armut zueinander in Verbindung stehen. Ihre Studie zeigte: Die Waldfläche im Park blieb konstant, die kommunale aber schrumpfte und auch die Artenvielfalt dort nahm ab. Die Lebensqualität der meisten Familien in deren Umgebung verbesserte sich.
Und dennoch: Auch wenn die meisten sehr armen Familien in der Nähe des Parks lebten, hatte ihr Wohnort nichts mit ihrer Lebensqualität zu tun, im Gegenteil: Langfristig profitierten sie davon, dass im Schutzgebiet nachhaltig gewirtschaftet wurde. Von den Bewohnern an öffentlichen Wäldern, die mehr und mehr abgeholzt wurden, mussten einige im Lauf der Jahre umziehen, weil sich ihre wirtschaftliche Situation zu sehr verschlechtert hatte.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)