24. August 2011 07:25 Uhr

Kenia will Spitzenreiter bei der Stromerzeugung aus Erdwärme werden

Fast nirgendwo ist die Hitze aus dem Erdinneren so nah. Das ostafrikanische Kenia war deshalb eines der ersten Länder, das Erdwärme zur Stromerzeugung nutzte. Die Voraussetzungen sind hier besonders günstig: Das Land liegt mitten auf dem Ostafrikanischen Graben, der rund dreieinhalb tausend Kilometer von Äthiopien im Norden bis Mosambik im Süden verläuft. An diesem Riss, so vermuten Forscher, wird Afrika in einigen Millionen Jahren auseinanderbrechen. Schon jetzt ist die Erdkruste hier sehr dünn - und die Geologen stoßen bereits in 900 Meter Tiefe auf 300 Grad heiße Wasserdampfreservoirs.

Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift "Technology Review" berichtet nun über ein neues Milliarden-Projekt. Es soll es ermöglichen, dass Kenia bald ein Viertel seines gesamten Strombedarfs mit Hilfe der Geothermie deckt. Bis 2030 sollen fünf Gigawatt Strom aus Erdwärme erzeugt werden - das wären rund 50 Prozent mehr als beim derzeitigen Spitzenreiter USA. Zurzeit sind es in Kenia knapp 200 Megawatt, und schon damit liegt das Land weltweit auf Platz zehn.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)