24. August 2011 11:52 Uhr
Beim Blick ins Lexikon schlagen wir heute im bekanntesten medizinischen Wörterbuch nach, dem Pschyrembel. Dort findet sich seit bald 30 Jahren unter dem Buchstaben S ein "possierlicher kleiner Kerl" - die Steinlaus. Ihr wissenschaftlicher Name ist Petrophaga lorioti. Darin findet sich schon ein Hinweis auf ihren Erstbeschreiber und Erfinder, den gerade verstorbenen Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot.
Laut Pschyrembel ist die Steinlaus einer der erdgeschichtlich ältesten Organismen. Sie gelangte vermutlich durch Meteoriteneinschläge auf die Erde, da sie auch im Gestein des Planeten Mars nachgewiesen werden konnte. Sie lebt vor allem in Gebirgen, Wüsten, und Großstädten. Die Gemeine Steinlaus - Petrophaga lorioti communis - ernährt sich in freier Natur von Silikatgestein. Eine Unterart vertilgt auch Nieren- und Gallensteine.
Im Fernsehen wurde die Steinlaus erstmals 1976 erwähnt, und zwar in einer in der ARD ausgestrahlten Parodie von Loriot auf die Sendereihe "Ein Platz für Tiere". Laut Loriot hat ein geschlechtsreifes Männchen einen Tagesbedarf von etwa 28 Kilogramm Beton und Ziegelsteinen, das Weibchen verzehre in der Schwangerschaft beinahe die doppelte Menge.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)