25. August 2011 12:31 Uhr
Journalisten in Krisengebieten haben es zunehmend schwer - das hat sich bei der Entführung von vier italienischen Kriegsreportern in Libyen gezeigt.
Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" sieht darin einen Trend. Vorstand Michael Rediske sagte im Deutschlandradio Kultur, das habe unter anderem mit der modernen Form des Kriegs zu tun, der oft ein guerilla-artiger Krieg sei, der von mafiaähnlichen Organisationen und nicht von Staaten geführt werde. Von diesen Kämpfern würden Journalisten nicht mehr als neutrale Zivilpersonen im Sinne des Völkerrechts angesehen. Dadurch sei das Risiko gestiegen, gefangen genommen oder getötet zu werden.
Die Journalisten-Organisation setzt auf eine gute Vorbereitung. Rediske sagte, erfahrene Kriegsreporter wüssten, wie sie sich vorbereiten und ausrüsten, wohin sie gehen dürften und wohin nicht. Trotzdem bleibe ein Risiko, das nicht zu beseitigen sei.
"Reporter ohne Grenzen" hat allein im letzten Jahr 50 Entführungen und Geiselnahmen von Journalisten gezählt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)