25. August 2011 15:50 Uhr

Libyscher Kabarettist muss sich wegen Gaddafi beruflich umorientieren

Für die Menschen in Libyen bedeutet die Revolution einen Neuanfang. Umorientieren muss sich auch der einer der bekanntesten Kabarettisten Libyens, Milood Amroni. Er hat den verschwundenen Machthaber Muammar al-Gaddafi 35 Jahre lang mit Humor bekämpft. Doch darin sieht jetzt Amroni jetzt keinen Sinn mehr. Er sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei nicht gut, über einen schwachen Menschen Witze zu machen. Er habe deshalb das Gefühl, ganz von vorne anfangen zu müssen.

Amroni sagte, nie zuvor seien die Libyer in der Lage gewesen, offen zu diskutieren und Politiker zu verspotten. Während früher versteckte Hinweise auf politische Themen die Leute zum Lachen gebracht hätten, übernähmen sie das Witzemachen nun selbst. Das Publikum sei schon jetzt sehr viel kritischer geworden. Milood Amroni stammt aus der von der Opposition kontrollierten Stadt Bengasi.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)