29. August 2011 07:22 Uhr
Arbeitnehmer sind keine Äpfel. Was dieser Negativ-Vergleich bedeuten mag, erklärt der Nobelpreisträger Christopher Pissarides. Der zyprisch-britische Wirtschaftswissenschaftler sagte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", bei Äpfeln könne man einfach eine bestimmte Sorte und den Preis dafür nennen, dann könne der Handel damit beginnen. Bei Jobs kämen Angebot und Nachfrage nicht so schnell zusammen, denn: Laut Pissarides spielen mehr Faktoren als der Preis, also der Lohn, eine Rolle - zum Beispiel die Art der Arbeit, die Arbeitszeiten, das Verhältnis zum Chef und das Büro. Deshalb werde es niemals null Prozent Arbeitslosigkeit geben. Und in einer Rezession, so der Volkswirt, dauere es eben noch länger, einen passenden Job zu finden.
Pissaridis hatte den Nobelpreis 2010 zusammen mit zwei anderen Ökonomen erhalten. Ausgezeichnet wurden sie für ihre Forschungen zu Märkten, bei denen Angebot und Nachfrage schwer zusammenfinden - wie eben auf dem Arbeitsmarkt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)