29. August 2011 10:47 Uhr

Etymologisches Wörterbuch: Westen

Wir blicken ins Herkunftswörterbuch, heute unter "W" wie "Westen". Der Name der Himmelsrichtung war bereits Teil des mittelhochdeutschen Sprachgebrauchs. Die kürzere Form "West" ist erst seit dem 15. Jahrhundert gebräuchlich. Die Verkürzung wurde in Analogie zu "Nord" und "Süd" gebildet. Daneben gab es früher auch das Adjektiv "wester", das heute unter anderem noch im Namen des Westerwaldes enthalten ist.

In vielen Sprachen wird die Himmelsrichtung ähnlich bezeichnet, etwa im Niederländischen, dem Schwedischen oder dem Englischen. Die Wörter für Westen in den germanischen Sprachen sind vermutlich verwandt mit dem lateinischen "vesper" und dem griechischen "hésperos". Beides bedeutet "Abend". Die ursprünglliche Wurzel des Wortes "Westen" könnte auch die gleiche sein wie beim Wort "öde". Öde bedeutet einerseits "von etwas weg, fort", aber andererseits auch "von etwas herab". Westen würde demnach die Zeit oder den Ort bezeichnen, an dem die Sonne fort- beziehungsweise untergeht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)